Wahlprogramm des RCDS Marburg

  • Die Zwangsmitgliedschaft in der verfassten Studentenschaft kostet…

     

    Alle Studenten der Philipps-Universität sind von Gesetzes wegen verpflichtet, Mitglied der verfassten Studentenschaft zu sein. Die verfasste Studentenschaft soll sich für die hochschulpolitischen Belange der Studenten einsetzen. Das ist eine wichtige Aufgabe.

    Doch diese Aufgabe gibt es nicht zum Nulltarif: Jedes Jahr zahlen wir alle je Semester 17,40 Euro an die Studentenschaft, damit diese ihre Aufgaben wahrnehmen kann.

     

     

    Deshalb: Einsatz für studentische Interessen und Studenten-Service!

    Für dieses Geld dürfen alle Studenten auch guten Service der Studentenschaft und effektiven Einsatz für studentische Interessen bei der Universität und der Landesregierung erwarten.

     

     

    Traurige Realität dagegen: Verschleuderung studentischer Gelder

    Anstatt das Geld aber zu 100% in Serviceleistungen für Studenten und die studentische Interessenvertretung einzusetzen, wird ein Großteil verschwendet: Der AStA unterhält und finanziert unzählige Referate und Projekte, bei denen es nur darum geht, auch noch jede linke und sogar linksextremistische Gruppe zu finanzieren. Flugblätter und Veranstaltungen zu Marx, Engels und Lenin fressen das Geld auf, mit dem zuständige Sprechzeiten der Sozialberatung oder eine studentische Praktikumsbörse finanziert werden könnten.

     

     

    Der RCDS wird der Verschleuderung studentischer Gelder ein Ende bereiten und die Beiträge stattdessen zu 100% allen Studenten zugutekommen lassen.

     

    Deshalb fordern wir:

     

    1. Zusammenlegung der AStA-Referate auf neun Kernreferate!

    Unzählige Referate behindern sich nur gegenseitig und dienen den AStA-Koalitionen bisher meist nur zur Postenversorgung. Die so genannten „autonomen“ Referate unterstehen zudem keiner demokratischen Kontrolle des Studentenparlaments. Das wird der RCDS ändern. Die autonomen Referate werden abgeschafft und ihre Aufgaben in die regulären Referate überführt, um eine vollständige demokratische Kontrolle des AStA zu garantieren. Wir beschränken uns zur Kostensenkung auf folgende Kernreferate:

    -         Finanzen

    -        Berufs- und Karriereplanung

    -         Förderung von Auslandsstudien

    -         Kultur, Soziales und studentische Beschäftigung

           Hochschulpolitik und Öffentlichkeitsarbeit

    -         Technik

    -         Frauen und Familie

    -         Menschen mit Behinderung

    -         Verkehr

    Die Konzentrierung auf diese Kernreferate bedeutet nicht nur eine Reduzierung von zwölf regulären und fünf autonomen Referaten auf neun Kernreferate: Zugleich werden mit dem Referat für Berufs- und Karriereplanung und dem Referat zur Förderung von Auslandsstudien zwei neue Servicestellen integriert, für die der AStA bisher kein Geld übrig hatte.

     

    2. Stärkung der Autonomie der Fachschaften!

    In den Fachschaften werden die Interessen der Studenten eines Fachbereichs vertreten. Wir glauben, dass es effektiver ist, wenn die Fachschaften selbst entscheiden, welche Veranstaltungen für ihren Fachbereich besonders wichtig sind, anstatt eines zentralistisch Entscheidenden AStA. Deshalb werden wir die Autonomie der Fachschaften insbesondere durch eine Erhöhung der ihnen zugewiesenen Mittel stärken, statt zentral Marx/Lenin-Flugblätter zu drucken.

     

    3. Einführung eines echten Studenten-Service: Praktikumsbörse, Wohnungsvermittlung, Büchermarkt!

    Wir werden den Studenten für ihre Beiträge echten neuen Service bieten:

    -     Das neu geschaffene Referat für Berufs- und Karriereplanung wird eine Praktikumsbörse einrichten, damit berufsfördernde Praktika demnächst schneller, leichter und hochkarätiger zu finden sind.

    -     Das Sozialreferat wird eine zentrale Wohnungsvermittlung einrichten. Durch die bessere Vergleichbarkeit der Angebote wird der Wettbewerb verstärkt, was die zu hohen Preise in Marburg senken dürfte. Außerdem sparen die Studenten ggf. Maklergebühren.

    -     Ein zentraler Büchermarkt eröffnet die unkomplizierte und kostengünstige Möglichkeit, sich mit Lehr- und Studienbüchern einzudecken.

     

    4. In der Hochschulpolitik: Kluge Interessenvertretung statt Selbstschädigung durch einen „Bildungsstreik“!

    Bisher ist es der Studentenschaft nicht gelungen, signifikanten Einfluss auf die hessische Hochschulpolitik zu nehmen. Das liegt daran, dass sich der AStA seriösen Verhandlungen stets verweigert hat. Stattdessen wurde alles auf die Karte „Bildungsstreik“ gesetzt.

    Mit einem Streik schadet sich die Studentenschaft selbst. Insbesondere muss verhindert werden, dass studierwillige Studenten durch Instituts-Besetzungen am studieren gehindert werden.

     

    Der RCDS wird sich auf dem Verhandlungswege für eine ausreichende Finanzierung der Universität einsetzen. Dabei vergessen wir aber auch nicht, dass ein Ende der Neuverschuldung in unserem eigenen Interesse liegt. Wir kämpfen für ein Ende der Neuverschuldung, weil sie unserer Generation politischen Handlungsspielraum in der Zukunft nimmt! Gleichzeitig machen wir aber auch deutlich, dass Sparen an Bildung und Forschung volkswirtschaftlich wenig sinnvoll ist. In erster Linie müssen daher Sozialtransfers und Subventionen auf den Prüfstand.